10. Dutzenthaler Herbsttreffen - Naturschutzland in Stiftungshand (2. - 4.11.2018)

Das 10. Dutzenthaler Herbsttreffen fand 2018 nicht auf Schloß Dutzenthal sondern auf dem Gutshof Leidenhausen im Osten von Köln statt. Gut Leidenhausen ist eines von mehreren "Heideportalen", die an dem großen Naturschutzgebiet "Wahner Heide" liegen. 

Im Rahmen eines Regionale2010-Projektes wurde der alte Gutshof ertüchtigt, mit einem Café und einer Ausstellung versehen. Unter den Dächern des Hofes finden verschiedene Umwelt-Akteure Platz. So sind dem Bienenzuchtverein, der Kölner Jägerschaft, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der NABU-Stadtverband und andere Vereine dort untergebracht. Es gibt eine Greifvogel-Station und ein Wildgehege. Da unser Dutzenthaler-Netzwerkler Robert seit diesem Jahr Geschäftsführer des Heideportals ist, konnten wir hervorragend tagen und alle Bereiche kennenlernen.

Das Thema Naturschutzstiftungen erlebten wir am Samstag in der Wahner Heide. Dieses Naturschutzgebiet gibt es seit 1931, was aber nicht verhinderte, dass im Jahr 1957 der Flughafen Köln/Bonn mitten hineingebaut wurde. Nach Abzug des Militärs in den 2000er Jahren ist der Bereich außerhalb des Flughafens im Besitz der DBU-Naturerbe GmbH und den Bundesforsten. Neben diesen kümmern sich auch mehrere Vereine um die Pflege der Flächen. Nach Gesprächen mit dem BUND-Landesvorsitzenden, einem Flächenbewirtschafter und einem ehemaligen Ratsmitglied der Stadt Köln blieb insbesondere der Eindruck der großen Herausforderungen, die so ein stadtnahes Schutzgebiet mit so vielen Interessensvertretern mit sich bringt.

Dank des spannenden Gebiets und der vielfältigen Möglichkeiten auf Gut Leidenhausen können wir uns gut vorstellen auch die nächsten Herbsttreffen wieder an der bergischen Heideterrasse zu verbringen.

9. Dutzenthaler Pfingsttreffen - Nationalpark Holsteinisches Wattenmeer (18. - 21.05.2018)

 

Das 9. Dutzenthaler Pfingsttreffen 2018 fand im Nationalpark Holsteinisches Wattenmeer statt. Mittendrin! Die Unterkunft war der Leuchtturm Westerhever. Im Seminarhaus am Leuchtturm befanden wir uns butendeichs in den Salzwiesen zwischen Lerchen, Rotschenkeln und Wiesenpiepern.

Am Freitagabend besuchte uns Sabine Gettner von der Schutzstation Wattenmeer und erläuterte die Aufgaben der Schutzstation in Verbindung mit dem Nationalpark. Dazu konnte sie auch viel über die Ausweisung des Vogelschutzgebiets Eiderstedt und den Wiesenvogelschutz auf privaten landwirtschaftlichen Flächen berichten.

Ebenfalls um Wiesenvögel ging es bei dem Referat von Oliver Granke (Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein), der das EU-Life-Projekt "LIFELimosa" vorstellte. Neben dem Schutz von Uferschnepfen stellte Oliver auch die Organisation der Stiftung vor und leitete damit schon mal zu unserem Herbstthema "Naturschutzland in Stiftungshand" über.

Am Samstagnachmittag ging es nochmal um das Herbstthema 2017 "Erneuerbare Energien und Naturschutz". Jan Blew von bioconsult S-H stellte uns ein Projekt zum Schutz von Wiesenweihen in einem intensiv landwirtschaftlich genutzten Kooges mit über 70 Windenergieanlagen vor.

Einen direkten Bezug zu den Arten und Lebensgemeinschaften des Nationalparks erfuhren wir bei einer Salzwiesen- und Wattwanderung am Sonntag sowie bei einer Exkursion ins Katinger Watt bei der Eidermündung.

Trotz vollem Programm verblieb noch Zeit für Wanderungen am Strand, Fußball mit den Kindern und das Genießen der stillen Mondnächte in den Salzwiesen. Für ein kulinarisches Highlight sorgten Dirk Andresen und Hille von Weidelandschaften e.V., die uns einen Überraschungsbesuch mit Grillgut abstatteten.

Insgesamt entstanden viele Eindrücke von dem Naturraum Holsteinische Küste und auch von den Menschen und Akteuren sowie der Auseinandersetzung um Schutzgebiete vor Ort. Es stimmt wohl der Satz: "Der Naturschutz ist stark in Schleswig-Holstein und wird deswegen auch stark bekämpft".

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